Innenansicht Wohnimmobilie

PARIBUS IMMOBILIEN ASSETMANAGEMENT | IMMOBILIENMÄRKTE

Wohnimmobilienmarkt für Studierende in Deutschland

Bei den Wohnimmobilien der Paribus-Gruppe handelt es sich um Studentenapartments. Der nachfolgende Marktbericht konzentriert sich auf diesen Teilmarkt der Wohnimmobilien in Deutschland.

Zum Wintersemester 2018/2019 waren rund 2,86 Millionen Studenten an deutschen Universitäten und Hochschulen eingeschrieben. Der Rekordwert des Wintersemesters 2017/2018 konnte damit entgegen den Prognosen aus dem Vorjahr nochmals um rund 0,8 % gesteigert werden. Insgesamt haben die Universitäten und Hochschulen in Deutschland das elfte Rekordjahr in Folge verzeichnet. Die Zuwachsrate war jedoch die niedrigste der letzten elf Jahre.

Da bereits seit 2012 die Anzahl der Studienanfänger stagniert, wird in den kommenden Jahren mit einer rückläufigen Studentenanzahl gerechnet. Nicht vom Rückgang betroffen ist dabei die Gruppe ausländischer Studierender. Sie erreichte im Wintersemester 2018/2019 mit rund 394.000 einen Anteil an allen Studierenden von 13,7 % (Wintersemester 2017/2018: 13,2 %). In der Folge wird aufgrund der hohen Internationalität der Studiengänge in Frankfurt und Hamburg für die Standorte auch in den kommenden Jahren mit einer steigenden Anzahl von Studierenden gerechnet. So gehören gemäß einer Studie von CBRE Frankfurt (Platz 2) und Hamburg (Platz 5) zu den attraktivsten Hochschulstandorten.

Parallel zum Anstieg der Studierendenzahlen in Deutschland verknappte sich das Angebot an bezahlbaren Wohnungen für die angehenden Akademiker. Während im Jahr 2006 in den 30 größten Hochschulstädten Deutschlands noch ein Angebot von über 1,7 Millionen Wohnungen mit erschwinglichen Mietpreisen zur Verfügung stand, waren es im Jahr 2016 nur noch 1,1 Millionen. Hierbei gilt eine Wohnung für Studierende dann als erschwinglich, wenn der Student bei alleiniger Nutzung nicht mehr als maximal 40 % – entspricht aktuell rund 320 Euro – seines Monatsbudgets zum Wohnen aufwenden muss.

Die Versorgungsquote durch öffentliche und private Wohnheimplätze verblieb in den letzten Jahren ebenfalls konstant auf einem niedrigen Niveau von lediglich 11 %. Die Anbieter von Wohnheimplätzen konnten somit auf dem Wohnungsmarkt für Studierende für keinerlei Entspannung sorgen. Bis 2021 wird hier ein Zuwachs auf lediglich 13 % erwartet. Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Wohnungsmieten fokussiert sich die Nachfrage der Studenten zunehmend auf studentisches Wohnen.

Durch die geringe Größe eines typischen Apartments in einer Studentenwohnanlage (18 m² bis 22 m²) werden mehrere Vorteile realisiert. Zum einen können diese Apartments den Nachfragern insgesamt zu geringeren Preisen angeboten werden als Mietwohnungen, die üblicherweise deutlich größer sind. Zum anderen liegen die realisierten Mieten pro Quadratmeter durch die hohe Flächenausnutzung deutlich über denen von Wohnimmobilien. Zudem können angebotsseitig im Einkauf der Möblierung und beim Betreiben insbesondere in der Vermarktung solcher Anlagen deutliche Skaleneffekte realisiert werden.

In der Folge werden studentische Wohnanlagen oder auch sogenannte Mikroapartments mittlerweile zwar von einer Vielzahl von Betreibern offeriert, in den vergangenen zehn Jahren haben sich jedoch einige größere zum Teil international tätige Anbieter herausgebildet. Von diesen verfügen die zehn größten Anbieter derzeit über rund 25.000 Betten und planen Wohnanlagen mit weiteren 13.000 Betten.

Darüber hinaus wurde diese Assetklasse durch das größere Anlagevolumen und durch eine gute Renditeentwicklung deutlich attraktiver für Investoren. So erreichte das Investmentvolumen für studentisches Wohnen und Mikroapartments im Jahr 2018 1,7 Milliarden Euro. 2015 lag das Volumen noch bei lediglich 150 Millionen Euro.

Im Zuge der hohen Investorennachfrage sind die Renditen bereits erheblich unter Druck geraten. Während bis 2014 noch 5 % oder mehr erzielbar waren, lagen die Spitzenrenditen im Jahr 2018 bei nur noch 3,5 %. Studentenapartments werden so mit dem bis zu 28-Fachen ihrer Mieteinnahmen bewertet.

Stand: 31. Dezember 2018

Quellenverzeichnis: