Glossar
Hier finden Sie eine umfassende Sammlung von Begriffen & Definitionen, die Ihnen helfen sollen, die Inhalte unserer Website besser zu verstehen. Egal, ob Sie ein Neuling oder ein erfahrener Experte sind, dieses Glossar ist eine hilfreiche Quelle, um Ihr Verständnis für unser Thema zu vertiefen.
- A - E
- F - J
- K - O
- P - T
- U - Z
A - E
Agio
Siehe Ausgabeaufschlag.
Alternative Investmentfonds (AIF)
Alternative Investmentfonds (AIF) sind Fonds, die keine Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW) im Sinne der OGAW-Richtlinie sind. AIF sind bspw. Immobilienfonds, Hedge Fonds und Private-Equity-Fonds.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon
Anlagebedingungen
Bedingungen für die Kapitalanlage bei Investmentfonds. Die Inhalte, die mindestens enthalten sein müssen, sind in § 162 f. KAGB geregelt. Die Anlagebedingungen sowie deren Änderung bedürfen der Genehmigung der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
Anleger
Anleger (auch Kapitalanleger, Kapitalgeber oder Investor) ist der Erwerber von Finanzprodukten jeglicher Art zum Zwecke der langfristigen Vermögensmehrung. Es kann sich dabei beispielsweise um Wertpapiere, Immobilien oder Edelmetalle handeln. Bei der Anlage in Immobilien wird zwischen direkten und indirekten Anlageformen unterschieden. Bei den direkten Immobilienanlagen steht der Anleger als Eigentümer im Grundbuch, bei den indirekten ist er an einer (Kapital-)Gesellschaft oder einer Vermögensmasse (Sondervermögen), wie beispielsweise einem Immobilienfonds, beteiligt.
Ausgabeaufschlag
Aufgeld oder Aufschlag auf den Nenn- oder Nominalwert (100 %) beim Handel mit Wertpapieren, in Devisen- oder Sortengeschäften und im Kreditgeschäft. Das Aufgeld, das beim Erwerb der meisten Fonds vom Anleger zu zahlen ist, wird ebenfalls als Agio bezeichnet.
BaFin
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt Kreditinstitute, Finanz- und Zahlungsdienstleister, Versicherer, Pensionsfonds, Kapitalverwaltungsgesellschaften und den Wertpapierhandel.
Ziel der Aufsicht ist es, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzmarktes zu sichern. Bankkunden, Versicherte und Anleger sollen dem Finanzsystem vertrauen können. Daher achtet die BaFin darauf, dass die Marktteilnehmer sich an die einschlägigen Gesetze halten. Die BaFin ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie finanziert sich ausschließlich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen und ist damit unabhängig vom Bundeshaushalt.
Quelle: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Beirat
Als Beirat versteht man ein Gremium, das die Interessen der Kapitalanleger vertritt. Er wird von den Anlegern gewählt und von der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft bestellt. Der Beirat unterstützt und berät die Geschäftsführung nicht im Tagesgeschäft, sondern in wichtigen Fragen der Unternehmenspolitik.
Due Diligence
Sorgfältige Analyse und Prüfung eines Unternehmens oder eines Anlageobjekts/-projekts, insbesondere im Hinblick auf seine wirtschaftlichen, finanziellen, steuerlichen und rechtlichen Verhältnisse, die durch einen potenziellen Käufer vorgenommen wird.
Emissionsprospekt
Verkaufsprospekt mit wesentlichen Eckdaten und Verträgen des geschlossenen Alternativen Investmentfonds. Projektbestandteile sind Beschreibung der wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Konzeption, der wichtigen Fondspartner sowie der Risiken, Zahlenwerk mit Investitions- und Liquiditätsplanung, Vertragswerk mit Kommanditgesellschafts- und Treuhandvertrag, Beitrittserklärung, Erfordernis der Projektwahrheit und -klarheit. Der Prospektherausgeber haftet für den richtigen und vollständigen Prospektinhalt.
F - J
Gesamtinvestitionsvolumen
Das Gesamtinvestitionsvolumen ist die Summe aller Kosten, die für die Planung und Umsetzung einer Kapitalanlage anfallen. Es dient als Messwert und Berechnungsgrundlage für alle am Projekt beteiligten Parteien und setzt sich je nach Vorhaben aus unterschiedlichen Positionen zusammen. Beispielsweise bei einem Immobilienprojekt zählen hierzu u. a. die Kosten für den Erwerb eines Grundstückes, die zugehörigen Notarkosten, Kosten für die Grundbucheintragung, die eigentlichen Baukosten sowie die Baunebenkosten oder anfallende Zinsen für das Fremdkapital.
Geschlossener Fonds
Beteiligungsgesellschaft zur Finanzierung einer oder mehrerer Objekte – zumeist in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft. Dies können Immobilien, Schiffe, Eisenbahnen, Flugzeuge, erneuerbare Energien oder Unternehmen (Private Equity) sein. Nach vollständiger Einwerbung des Eigenkapitals wird der Fonds geschlossen und kein Anleger mehr als Gesellschafter aufgenommen.
Gewerbeimmobilie
Gebäude für das nicht produzierende Gewerbe und für die Verwaltung des produzierenden Gewerbes. Dazu gehören Büro- und Verwaltungsgebäude, Beherbergungsimmobilien, Senioreneinrichtungen, Handelsimmobilien, Freizeitimmobilien sowie Gewerbe- und Technologieparks. Bewertungstechnisch werden auch Mehrfamilienhäuser mit einem mehr als 50%igen gewerblichen Nutzungsanteil als Gewerbeimmobilien angesehen. Dienen Grundpfandrechte auf Gewerbeimmobilien als Kreditsicherheit, so ist der Wert der belasteten Gewerbeimmobilie in regelmäßigen Abständen zu überwachen. Nach § 20a VI KWG darf der Abstand nicht größer als ein Jahr sein.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon
Institutioneller Anleger
Institutionelle Anleger sind Unternehmen und Institutionen, die über Sondervermögen verfügen, das zu verwalten ist. Zu ihnen zählen insbesondere offene Immobilienfonds, Versicherungen und Pensionskassen. Von der Ertragsentwicklung des Sondervermögens hängt bei Fonds die Höhe der Auszahlungen und bei Versicherungsgesellschaften die Entwicklung der Gewinnbeteiligung der Versicherten ab.
IRR-Methode
Die Methode des internen Zinsfußes (Internal Rate of Return, IRR) ist ein Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung und dient daher der Bewertung und dem Vergleich verschiedener Investitionsalternativen. Sie ist die übliche Art der Renditemessung bei Private-Equity-Fonds, da es dort zahlreiche Ein- und Auszahlungen gibt. Die IRR bezeichnet die Rendite eines Zahlungsstromes, die nach der internen Zinsfußrechnung ermittelt wird. Je höher der interne Zinsfuß ist, desto vorteilhafter ist die Investition. Die Renditeangabe bezieht sich jedoch nur auf das jeweils gebundene Kapital als Berechnungsgrundlage. Daher unterscheidet sie sich von anderen klassischen Renditeermittlungsmethoden, da die IRR-Methode ein höheres Ergebnis ausweisen kann. Aufgrund der Unterschiede sind solche Renditeangaben nicht direkt vergleichbar. Der interne Zinsfuß sollte daher nicht das alleinige Vergleichskriterium sein, damit bei Privatinvestoren keine unzutreffenden Renditeerwartungen entstehen.
K - O
Mezzanine-Finanzierung
Finanzierung mit Hybridkapital. Sie bezieht ihre Position zwischen dem stimmberechtigten Eigenkapital und dem erstrangigen Fremdkapital. Eine Mezzanine-Finanzierung enthält sowohl Eigenschaften der Eigen- wie auch der Fremdkapitalfinanzierung.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon
Money Multiple
Der Money Multiple gibt an, den wie vielfachen Betrag ein Portfoliofonds an Rückflüssen für das eingesetzte Kapital in den Portfoliounternehmen erzielt. Gegenüber dem Brutto-Money-Multiple sind bei dem Netto-Money-Multiple die angenommenen Portfoliofondskosten berücksichtigt.
Nettoinventarwert (Net Asset Value)
Das KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch) gibt vor, dass der Nettoinventarwert (NAV) der Investmentgesellschaft und daraus abgeleitet der Nettoinventarwert je Anteil mindestens einmal jährlich ermittelt wird. Dazu werden die Vermögensgegenstände der Investmentgesellschaft bewertet, um die Höhe des Vermögens der Investmentgesellschaft festzustellen. Der Nettoinventarwert ergibt sich, indem die Verbindlichkeiten der Investmentgesellschaft vom Vermögen der Investmentgesellschaft abgezogen werden.
Objektgesellschaft
Gesellschaft, deren Zweck die Verwaltung des eigenen Vermögens, der Erwerb, die Entwicklung und Verwertung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten, ihre Nutzung für gewerbliche und sonstige Zwecke sowie deren Vermarktung und Verwaltung sind.
P - T
Privatanleger
Alle Anleger, die weder professionelle noch semiprofessionelle Anleger sind.
Private Equity
Von privaten und/oder institutionellen Anlegern bereitgestelltes Eigenkapital, mit dem Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften) Unternehmensanteile für einen begrenzten Zeitraum erwerben, um eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften. Der Begriff Private-Equity-Investitionen im engeren Sinne umfasst Finanzierungen von etablierten Unternehmen, die sich in fortgeschrittenen Lebenszyklusstadien befinden. Private Equity im weiteren Sinne beschreibt die Finanzierung von privaten Unternehmen mit Eigenkapital und umfasst daher auch Venture-Capital-Investitionen, die durch ein höheres Risiko-Rendite-Profil gekennzeichnet sind.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon
Redevelopment
Der Begriff Redevelopment steht für Sanierung bzw. Umgestaltung und Neuentwicklung einer Immobilie. Dabei ist er von der Revitalisierung abzugrenzen, welche eine Neubelebung einer Immobilie unter Beibehaltung der bisherigen Nutzungsart beschreibt.
Redevelopment wird auch als Oberbegriff verstanden, unter welchem auch die Revitalisierung subsumiert wird. Beide Begriffe haben gemeinsam, dass eine Sanierung mit einer Neustrukturierung des Gebäudes erfolgt. Auch der Begriff Refurbishment (Modernisierung, Sanierung) wird in diesem Zusammenhang verwendet.
Beim Redevelopment wird die Immobilie einer neuen Nutzungsart zugeführt. Diese Zweckänderung, welche mit baulichen Änderungen verbunden ist, muss nicht bedeuten, dass aus einer Wohnimmobilie eine Gewerbeimmobilie wird, sondern kann bereits dadurch erfüllt sein, dass beispielsweise aus ehemaligen Flächen des Einzelhandels ein Callcenter wird oder im kleineren Maßstab aus einer ebenerdigen Büroeinheit ein Ladengeschäft entsteht.
Ziel ist einerseits die Wiederbelebung einer Immobilie, andererseits auch die Weiterentwicklung des Gebäudes auf einem höheren „Nutzungsniveau“. Aus der Sicht des Gebäudebestandes wird mit dem Redevelopment eine Wertsteigerung der Immobilie angestrebt.
Treuhandgesellschaft
Unternehmen, das treuhänderisch im Auftrag und für Rechnung eines oder mehrerer Treugeber (Anleger) tätig ist. Der Treuhandvertrag regelt Rechte und Pflichten von Treuhänder (Treunehmer) und -geber. Ein spezielles Treuhandgesetz existiert nicht.
U - Z
Wesentliche Anlegerinformationen
Kurzinformation über Publikumsinvestmentvermögen. Nach § 166 Abs. 1 KAGB sollen die wesentlichen Anlegerinformationen den Anleger in die Lage versetzen, Art und Risiken des angebotenen Anlageproduktes zu verstehen und auf dieser Grundlage eine fundierte Anlageentscheidung zu treffen.